sola scriptura - allein die Schrift

Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden nach der Überreichung der AltarbibelnRegionalbischöfin Susanne Breit-Keßler überreicht den Kirchengemeinden im Dekanatsbezirk Weilheim neue Altarbibeln.

In einer Andacht überreichte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler Vertreterinnen und Vertretern aus den Kirchengemeinden des Dekanatsbezirks die neuen Altarbibeln. Sie basieren auf der Übersetzung der Lutherbibel (revidiert 2017). Die Regionalbischöfin betonte dabei die Bedeutung der Einsichten Luthers: Man werde allein aus Glauben gerecht. In der Bibel fänden sich auch Texte, die schwierig sind. Luther habe aber eine Hilfe gegeben, die Bibel zu lesen. Die "Mitte der Schrift" läge für ihn in der Christusbotschaft als innerer Maßstab. Von dieser sei es möglich, kirchliche Entscheidung und auch die einzelnen Schriften der Bibel zu kritisieren: Das was "Christum treibet", also ob die frohe Botschaft, das Evangelium, den Gläubigen führt, oder nicht. Für Luther war die Schrift der alleinige, verlässliche und unveränderliche Maßstab in der theologischen Auseinandersetzung: "sola scriptura".

Die Übersetzer legten Wert darauf, sich näher am Text der letzten Ausgabe zu orientieren, an der Luther noch mitgewirkt hat (1545). Auch der heutige wissenschaftliche Stand ist in die Übersetzung eingeflossen. Dennoch sollten die Texte gewahrt werden, die im Gedächtnis der Menschen tief verwurzelt sind. So haben etwa 40 Prozent der Verse des Alten und Neuen Testaments eine Veränderung erfahren (12000 der 31000 Verse). Interessant ist, dass die heutige Auslegung und die Übersetzung von 1545 häufig zum gleichen Ergebnis kommen.