Bayerisches Bündnis für Toleranz: Antisemitismus ist eine gesellschaftliche Pathologie

Anlässlich des Anschlags auf einen jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge hat sich das Bayerische Bündnis für Toleranz in seiner Sitzung heute im Jüdischen Zentrum in München für ein entschiedenes Eintreten gegen Antisemitismus und Rassismus ausgesprochen.

 Der Sprecher des Bündnisses, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm:

„Der Anschlag auf den jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig das Bündnis für Toleranz ist. Ganz offensichtlich leidet der Täter unter einer psychischen Störung. Das nimmt aber nicht das Geringste weg von der Bedrohung, die dahintersteckt. Denn gerade psychisch auffällige Menschen hängen sich mit solchen Taten an verbreitete gesellschaftliche Pathologien an. Antisemitismus ist eine gesellschaftliche Pathologie.

Es ist krank, wenn gegen Menschen Hass geschürt oder sogar Gewalt geübt wird, weil sie Juden sind. Es ist krank, wenn Menschen wegen ihrer Religion, Herkunft oder Hautfarbe Ziel von Attacken sind. Jedes Mal, wenn ich Polizei vor jüdischen Einrichtungen sehe, bin ich froh, dass die Polizei zum Schutz da ist. Aber ich empfinde auch Zorn, dass solcher Schutz überhaupt nötig ist, in diesen Tagen bitter nötig ist. Als Bündnis für Toleranz haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, mit Entschiedenheit einzutreten gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus und uns positiv einzusetzen für eine Gesellschaft, in der die Menschenwürde für alle gilt und in der niemand mehr Angst haben muss vor menschenfeindlichen Attacken.“

Das Bayerische Bündnis für Toleranz hat heute zwei neue Mitglieder aufgenommen: den Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, Dr. Ludwig Spaenle, und die Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit. 

Damit sind mittlerweile 80 in Bayern aktive Organisationen Mitglieder im Bayerischen Bündnis für Toleranz, darunter die beiden großen Kirchen, der bayerische Landtag, der DGB Bayern, der Bayerische Rundfunk, der Bauernverband und die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft.

Johannes Minkus, Pressesprecher, ELKB