„Nur der leidende Gott kann helfen“

Der Karfreitag erinnere daran, dass Gott den Menschen gerade im Leiden nahe sei, so der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in seinem Wort zum Karfreitag. In seinem Sohn Jesus Christus hat Gott den Schmerz, den Tod selbst erfahren, ist diese Erfahrung „ins Gedächtnis Gottes selbst eingegangen“.

Wenn Menschen heute nachts vor Sorge nicht schlafen können, ob sie das Virus schon in sich haben und was dann werden soll, dann können sie „all das in Gottes Hand legen, weil Gott mit uns fühlt, mit uns leidet, mit uns weint“, so der Landesbischof.

„Nur der leidende Gott kann helfen“ – mit diesem Zitat erinnert Bedford-Strohm an den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nazis hingerichtet wurde.  Die Kirche sei berufen, so Bedford-Strohm, den Weg in die Tiefe zu gehen, „in die Not, in die Obdachlosigkeit“. Auch „in leeren Kirchenräumen“ sei ein Ort für den leidenden und mitleidenden Gott. Klar zurück weist Bedford-Strohm die Vorstellung, der Corona-Virus sei eine Strafe Gottes. Das sei „nicht der Gott, der sich in Jesus Christus gezeigt“ habe, stellt der Landesbischof klar. Jesus habe nicht getötet, sondern geheilt.

Niemand wisse, was in den kommenden Wochen und Monaten geschehen werde. „Ob wir das Virus unter Kontrolle bekommen, ob ein Impfstoff dagegen gefunden wird, ob die Welt zusammensteht, um den Menschen beizustehen, die jetzt vieles verloren haben“. Doch Christen könnten ihr Nicht-Können, ihre Ohnmacht in Gottes Hand legen und darauf vertrauen, „dass Gott uns in dieser Notlage so viel Widerstandskraft geben wird, wie wir brauchen“, betont der Landesbischof. Treffend ausgedrückt habe diese Haltung Dietrich Bonhoeffer mit den Zeilen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“.

Johannes Minkus
Pressesprecher